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KMU6 min2026-02-04

E-Mail-Triage: Kategorien, Zuständigkeiten und SLA-Hinweise automatisch

TL;DR

  • Eine funktionierende E-Mail-Triage beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit einer klaren Kategorie-Struktur: Was kommt rein, wer ist zuständig, was ist dringend.
  • Die Automatisierung übernimmt Sortierung, Weiterleitung und Prioritätskennzeichnung – Sie müssen nur noch handeln, wenn es nötig ist.
  • Der Schlüssel ist eine schrittweise Einführung: erst die häufigsten Typen, dann erweiterbar.

Das Problem

In vielen KMU läuft alles in einen Posteingang: Kundenanfragen, Rechnungen, interne Nachrichten, Newsletter. Jemand liest alles durch, leitet weiter, verschiebt in Ordner – einzeln, aus Routine, ohne System.

Das Problem wird sichtbar, wenn der Posteingang voll wird: Anfragen werden zu spät beantwortet, dringende Nachrichten gehen unter, keine Übersicht, wer was bearbeitet. Ein E-Mail-Triage sorgt dafür, dass jede E-Mail sofort eingestuft wird – bevor sie im Ordner verschwindet.

Schritt für Schritt

1

Kategorie-Struktur festlegen

Welche Absender-Typen kommen regelmäßig ein? Kundenanfragen, Rechnungen, Lieferanten, Intern, Newsletter – diese werden zu Kategorien. Nicht mehr als 5–7 am Anfang.

2

Zuständigkeiten klären

Wer bearbeitet welche Kategorie? Das wird als Zuordnungsregel festgelegt: Kategorie A → Person X, Kategorie B → Person Y. Bei Überlastung kann eine Fallback-Person definiert werden.

3

Priorität-Regeln definieren

Nicht alle E-Mails sind gleich dringend. Kundenanfragen sind in der Regel höhere Priorität als Newsletter. Diese Regeln werden einmal festgelegt und automatisch angewendet.

4

Erkennungslogik aufbauen

Die Zuordnung passiert zunächst über Absender und Betreff. Bei Bedarf wird schrittweise eine Inhaltsanalyse dazugefügt – erst mit Mustern, die Sie selbst vorgeben.

5

Weiterleitung und Benachrichtigung einrichten

Die eingestufte E-Mail wird in den passenden Ordner verschoben oder direkt an die zuständige Person weitergeleitet. Eine Benachrichtigung läuft per E-Mail oder Teams aus.

6

Aufgaben bei hoher Priorität erstellen

Bei dringenden E-Mails wird optional eine Aufgabe automatisch erstellt – zum Beispiel in Microsoft To Do oder einem Ticketsystem. So wird aus einer E-Mail sofort eine nachvollziehbare Aktion.

7

Fallback und Monitoring einbauen

E-Mails, die nicht eindeutig zugeordnet werden können, landen in einen Ordner "Zu prüfen" – und eine Meldung wird intern gesendet. Der Zustand des Posteingangs wird dauerhaft überwacht.

Typische Fehler

  • Zu viele Kategorien auf einmal – Die Triage wird für 15 Typen gebaut, bevor einer davon sauber funktioniert. Besser: Mit den häufigsten 3–4 anfangen und schrittweise erweitern.
  • Keine Fallback-Kategorie – E-Mails, die nicht eindeutig zugeordnet werden, werden einfach nicht weitergeleitet. Sie brauchen einen Auffangordner und eine Meldung.
  • Priorität nur nach Absender – Ein Absender kann dringend oder nicht dringend sein, je nach Inhalt. Nur auf den Absender zu schauen führt zu Fehlzuordnungen.
  • Keine Benachrichtigung bei Weiterleitung – Die E-Mail wird weitergeleitet, aber niemand wird informiert. Das führt zu Verzögerungen, die sich wie vorher anfühlen.
  • Keine Protokollierung – Was wurde wann wie eingestuft und an wen weitergeleitet, wird nirgends gespeichert. Bei Rückfragen gibt es keine Antwort.

Checkliste

  • [ ] Kategorie-Struktur definiert (max. 5–7 Typen)
  • [ ] Zuständigkeiten pro Kategorie festgelegt
  • [ ] Fallback-Person für jede Kategorie benannt
  • [ ] Priorität-Regeln beschrieben: dringend, normal, niedrig
  • [ ] Erkennungslogik: Absender + Betreff als Basis
  • [ ] Weiterleitung oder Ordner-Verschiebung konfiguriert
  • [ ] Benachrichtigung aktiv: Zuständiger wird informiert
  • [ ] Aufgaben-Erstellung bei hoher Priorität eingerichtet
  • [ ] Fallback-Ordner "Zu prüfen" + Meldung konfiguriert
  • [ ] Protokollierung aktiv: Was wurde wann wie eingestuft

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