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Hosting5 min2026-02-04

Self-Hosted Automatisierung: warum Docker für Wartbarkeit hilft

TL;DR

  • Docker gibt Ihnen eine Umgebung, die sich identisch aufbauen, updaten und wiederherstellen lässt – ohne Überraschungen.
  • Secrets, Konfiguration und Workflow-Code bleiben strikt getrennt: So bleibt die Umgebung langfristig wartbar.
  • Self-Hosted bedeutet nicht, dass Sie selbst administrieren müssen – es bedeutet, dass Sie die Kontrolle haben.

Das Problem

Viele KMU-Entscheider hören "self-hosted" und denken sofort an eigene Server, eigene IT und hohen Aufwand. Der Begriff klingt technisch – aber dahinter steckt ein einfaches Prinzip: Ihre Automatisierung läuft in einer Umgebung, die Sie kontrollieren. Nicht bei einem Drittanbieter, nicht in einem fremden Cloud-Rechenzentrum.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, ob Sie einen Server haben, sondern wie die Umgebung auf diesem Server organisiert ist. Genau hier kommt Docker ins Spiel. Docker sorgt dafür, dass die Automatisierung in einem klaren, nachvollziehbaren und vor allem wartbaren Zustand bleibt – auch nach Monaten oder Jahren. Ohne Docker läuft man schnell in eine Situation, wo niemand mehr weiß, was wo läuft, was von was abhängt und wie man sicher updatet.

Schritt für Schritt

1

Umgebung als Code definieren

Alle Komponenten der Automatisierung werden in einer Konfigurationsdatei beschrieben: welche Dienste laufen, wie sie zusammenhängen, welche Ports und Volumes betroffen sind. Das ist Ihr Sicherheitsnetz für später.

2

Secrets vom Code trennen

API-Keys, Passwörter und Zugangsdaten werden nie direkt in Konfigurationsdateien geschrieben. Sie werden verschlüsselt gespeichert und zur Laufzeit übergeben. Das verhindert, dass Geheimnisse versehentlich im Klartext auftauchen.

3

Datenbank separat betreiben

Die Datenbank läuft als eigener Container – getrennt vom Workflow-Dienst. Das bedeutet: Updates an einem Dienst wirken nicht auf die Daten des anderen. Und die Datenbank kann unabhängig gesichert werden.

4

Updates planbar machen

Neue Versionen werden nicht einfach eingespielt. Vorher wird eine Kopie der aktuellen Umgebung gesichert. Dann wird das Update durchgeführt – und bei einem Problem kann auf die Vorversion zurückgegangen werden. Kontrolliert, nicht riskant.

5

Reverse Proxy und TLS einrichten

Alle Zugriffe von außen laufen über einen Reverse Proxy mit verschlüsselter Verbindung (TLS). Das bedeutet: Keine Daten werden unverschlüsselt übertragen – weder intern noch extern.

6

Monitoring anschließen

Der Zustand der Umgebung wird dauerhaft überwacht. Wenn ein Dienst ausfällt, wenn die Datenbank langsam wird oder wenn ein Fehler auftritt – wird das automatisch gemeldet. Kein manuelles Nachschauen nötig.

7

Backup-Strategie festlegen

Was wird gesichert und wie oft: Datenbank, Konfiguration, Workflow-Definitionen. Der Restore-Prozess wird vorher getestet – nicht erst dann, wenn es nötig ist.

8

Dokumentation pflegen

Jede Änderung an der Umgebung wird protokolliert. Wer was wann geändert hat. Welche Version läuft. Was abhängt von was. Das macht die Umgebung auch für eine andere Person nachvollziehbar.

Typische Fehler

  • Secrets werden direkt in Konfigurationsdateien geschrieben – so werden sie leicht versehentlich in Versionskontrolle oder Logs aufgedeckt.
  • Kein Backup vor dem Update – eine neue Version wird eingespielt, ohne dass der vorherige Zustand gesichert ist. Bei einem Fehler gibt es keine Rückfallmöglichkeit.
  • Alle Dienste laufen in einem einzigen Container – Datenbank, Workflow-Engine und Proxy. Das macht Updates, Fehlersuche und Sicherung deutlich schwieriger.
  • Monitoring wird vernachlässigt – der Zustand der Umgebung wird nicht überwacht. Probleme werden erst bemerkt, wenn sie sichtbar werden.
  • Keine Dokumentation der Umgebung – nach ein paar Monaten weiß niemand mehr, wie die Umgebung zusammenhängt und was warum so eingerichtet wurde.

Checkliste

  • [ ] Konfigurationsdatei für alle Dienste erstellt und versioniert
  • [ ] Secrets verschlüsselt gespeichert – nicht im Klartext in Dateien
  • [ ] Datenbank als eigenständiger Container betrieben
  • [ ] Reverse Proxy mit TLS-Verschlüsselung eingerichtet
  • [ ] Backup-Strategie definiert: was, wie oft, wohin
  • [ ] Restore-Prozess einmal durchgeführt und dokumentiert
  • [ ] Monitoring aktiv: Benachrichtigungen bei Fehlern konfiguriert
  • [ ] Update-Prozess beschrieben: Sicherung vorher, Rollback möglich
  • [ ] Änderungen werden protokolliert – Wer, was, wann

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